Albert Heijn sorgt in Belgien (Flandern) für Aufsehen und vergrößert kontinuierlich seinen Marktanteil. CEO Raf Van den Heuvel erklärte kürzlich, dass Albert Heijn das Ziel verfolgt, einer der drei größten Akteure in der Region zu werden. Obwohl Albert Heijn in Flandern erheblich gewachsen ist, bleibt seine Präsenz dort weit hinter der in den Niederlanden zurück. Während in Flandern weniger als jeder zehnte Supermarkt ein Albert Heijn ist, sind es in den Niederlanden fast drei von zehn. Dies verdeutlicht, wie viel Raum für weiteres Wachstum in Belgien noch vorhanden ist. Doch wie verhält sich diese Expansion in Belgien im Vergleich zur etablierten Position in den Niederlanden?

Mit Hilfe von Accurat’s MarketMonitor und CampaignCompass haben wir vier zentrale Erfolgsfaktoren für das Wachstum von Albert Heijn in Flandern analysiert und mit dem Heimatmarkt in den Niederlanden verglichen. Unsere Ergebnisse zeigen, warum Albert Heijn in Belgien so erfolgreich ist.

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Entwicklung des Besuchsanteils in Flandern und den Niederlanden

In den letzten Jahren ist der Besuchsanteil von Albert Heijn in Flandern stetig gestiegen, was seine wachsende Präsenz und Bedeutung auf dem Markt widerspiegelt. Seit 2021 hat Albert Heijn erheblich an Boden gewonnen und nähert sich den etablierten Wettbewerbern.

Im Vergleich: In den Niederlanden hat Albert Heijn seine dominante Position beibehalten, jedoch mit einem stabileren Besuchsanteil, da der Markt dort bereits ausgereift und stark umkämpft ist. Diese unterschiedlichen Entwicklungen zeigen, dass in jedem Land eine andere Wachstumsstrategie erforderlich ist.

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4 Erfolgsfaktoren für das Wachstum von Albert Heijn in Flandern

1. Schnelle Expansion: volle Fahrt voraus

Albert Heijn hat seine Filialeröffnungen in Belgien erheblich beschleunigt und seine Präsenz seit 2021 um ein Drittel vergrößert. Trotz dieses schnellen Wachstums macht es nur 5 % des gesamten Supermarktmarktes aus, was bedeutet, dass noch viel Raum für eine weitere Expansion besteht.

💬 Bart Muskala, CEO von Accurat:
"Das aggressive Wachstum von Albert Heijn in Belgien verändert die Supermarktlandschaft. Wir sehen, dass sie kluge Standortentscheidungen treffen, indem sie sich in Handelsgebieten niederlassen, in denen sie schnell Marktanteile gewinnen können. Ihre Expansion ist noch lange nicht abgeschlossen."

Im Vergleich: In den Niederlanden ist Albert Heijn bereits die führende Supermarktkette. Hier erfolgt das Wachstum strategischer, mit einem Fokus auf Filialrenovierungen, städtische Convenience-Formate und schrittweise Expansion, anstatt auf aggressive Marktdurchdringung.

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2. Hohe Besucherzahlen pro Filiale: mehr Kunden, größere Effizienz

Albert Heijn-Filialen in Belgien ziehen doppelt so viele Besucher pro Filiale an wie der Marktdurchschnitt. Diese hohe Produktivität pro Standort bedeutet, dass jede Filiale im Vergleich zur Konkurrenz deutlich bessere Besucherzahlen erzielt.

Ein zentraler Grund dafür ist die Standortstrategie – Albert Heijn wählt Standorte mit hohem Verkehrsaufkommen in Stadtzentren und wichtigen Vororten, wodurch die Filialen für eine große Kundenbasis leicht zugänglich sind und maximale Sichtbarkeit erhalten.

Im Vergleich: In den Niederlanden führt Albert Heijn ebenfalls bei den Besucherzahlen pro Filiale, jedoch ist der Produktivitätsunterschied zur Konkurrenz dort geringer.

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3. Erfolgreiche Werbeaktionen: die Wirkung von Hamsterwochen

Albert Heijns Hamsterwochen-Promotionen, die Mengenrabatte bieten, haben in Belgien eine stärkere Wirkung als in den Niederlanden. Unsere Daten zeigen, dass diese Kampagnen in Belgien sowohl Kunden von Premium-Supermärkten als auch von Discountern anziehen und damit ein äußerst effektives Wettbewerbsinstrument sind.

Im Vergleich: In den Niederlanden bleiben die Hamsterwochen ein wichtiger Verkaufsfaktor, doch die Wirkung ist weniger ausgeprägt. Niederländische Verbraucher sind bereits an häufige Preisaktionen mehrerer Supermarktketten gewöhnt, sodass die Auswirkungen auf Kundenfrequenz und Marktanteil weniger disruptiv sind als in Belgien. Zudem ist Albert Heijn in den Niederlanden eher als Premium-Supermarkt positioniert. Während das Unternehmen in Belgien aggressiv über den Preis konkurriert, ist es in den Niederlanden für hochwertige Eigenmarkenprodukte, frische Lebensmittel und ein gehobenes Einkaufserlebnis bekannt, was die Rolle starker Preisnachlässe verändert.

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4. Sonntagsöffnungen: ein Wettbewerbsvorteil

Albert Heijn profitiert in Belgien von einem entscheidenden Marktvorteil: Sonntagsöffnungen. Viele direkte Wettbewerber, insbesondere Discounter, bleiben sonntags geschlossen, was Albert Heijn einen klaren Vorteil verschafft.

An Sonntagen steigt der Besuchsanteil von Albert Heijn von 12 % auf 19 %, deutlich höher als an Wochentagen. Fast jeder fünfte Supermarktbesuch in Flandern an einem Sonntag erfolgt in einer Albert Heijn-Filiale.

Im Vergleich: In den Niederlanden, wo die meisten Supermärkte bereits sieben Tage die Woche geöffnet sind, bietet der Sonntagsverkauf keinen vergleichbaren Wettbewerbsvorteil. Während Albert Heijn auch hier von den Wochenendkauftrends profitiert, gewinnt es nicht in gleicher Weise Marktanteile durch Sonntagsöffnungen wie in Belgien.

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Was kommt als Nächstes für Albert Heijn in Belgien?

Die Expansion und die wettbewerbsfähige Preisstrategie von Albert Heijn setzen Premium-Supermärkte unter Druck und zwingen sie, ihre Positionierung zu überdenken. Gleichzeitig werden Discounter herausgefordert, da Albert Heijn mit starken Werbeaktionen auch Discount-Kunden anzieht.

Mit einem aktuellen Marktanteil von 8,7 % in Flandern nähert sich Albert Heijn bereits Aldi und Lidl. Das Ziel, unter die Top 3 der Supermärkte zu kommen, ist ambitioniert, aber machbar, da die erfolgreiche Kombination aus Expansion, Preisgestaltung und Convenience weiterhin das Wachstum vorantreibt.

💬 Frank Koelewijn, Sales Lead bei Accurat:
"In den Niederlanden hat Albert Heijn nicht die gleichen Expansionsmöglichkeiten wie in Belgien. Stattdessen konzentrieren sie sich darauf, ihre Filialkonzepte zu optimieren, den Komfort zu erhöhen und ihre Werbestrategie zu verfeinern, um ihre dominante Position in einem bereits stark umkämpften Markt zu behaupten."

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