Mode in der belgischen Festtagssaison: Herausforderer gewinnen in einem wettbewerbsintensiven Weihnachtsmarkt an Boden

Die Festtagssaison bleibt eine der entscheidendsten Phasen für Modehändler.
Zwischen 17. November 2025 und 4. Januar 2026 besuchten belgische Konsumentinnen und Konsumenten Modegeschäfte in großer Zahl – nicht nur rund um den Black Friday, sondern während der gesamten Geschenke- und Feiertagsperiode.

Mit Accurats AI-powered Marktanalyse vergleicht diese Verhaltensanalyse die gesamte Weihnachtssaison mit dem entsprechenden Zeitraum des Vorjahres. Dank des Always-on-Messansatzes kann diese Analyse kurz nach Ende der Handelsperiode bereitgestellt werden und liefert Marken schnell Einblick darin, was sich verändert hat, wo sich Dynamiken verschoben haben und wie unterschiedliche Zielgruppen ihre Besuche auf die führenden Modehändler dieser Studie verteilen.

Ein Markt, der von großen Anbietern dominiert wird – zunehmend herausgefordert von wachsenden Marken

C&A, H&M, Zeeman, Galeria Inno und Zara bilden die führende Gruppe der Mode-Destinationen in Belgien während der Festtagssaison. Jede dieser Marken erzielt rund ein Zehntel oder mehr der Modebesuche bei den analysierten Händlern. Gemeinsam definieren sie den wettbewerblichen Kern des Marktes.

Im Vergleich zum Vorjahr zeigen die relativen Verschiebungen der Besuchsanteile, dass mehrere — jedoch nicht alle — dieser großen Anbieter unter zunehmendem Druck stehen.
C&A (–7,0%), H&M (–3,9%) und Galeria Inno (–3,9%) verzeichneten eine schwächere Festtagssaison als 2024.
Zara (–0,7%) blieb ebenfalls leicht unter dem Vorjahresniveau.
Zeeman hingegen konnte seine Position unter den Marktführern stabiler behaupten.

Gleichzeitig erzielten mehrere mittelgroße Anbieter ein deutliches Wachstum.
Wibra (+42,5%) verzeichnete den stärksten Zuwachs.
Weitere wachsende Marken sind Kiabi (+14,3%), A.S. Adventure (+3,9%) und Lola & Liza (+0,6%).

Bel&Bo (–1,7%) blieb weitgehend stabil, während JBC (–17,6%) den stärksten relativen Rückgang der Festtagssaison aufwies.

Die Daten zeigen einen Markt, in dem große Anbieter ihre Reichweite behalten, während zusätzlicher Festtagstraffic zunehmend von mittelgroßen Marken mit wachsendem Momentum in einem stark wettbewerbsintensiven Weihnachtsumfeld gewonnen wird.

Unterschiedliche Zielgruppen, unterschiedliche Einkaufsziele

Die Zielgruppenanalyse von Accurat zeigt, wie verschiedene Haushaltstypen ihre Modebesuche während der Festtagssaison verteilen.

Bei Haushalten mit Kindern erzielt C&A den höchsten Besuchsanteil, gefolgt von H&M, Zeeman, Zara, Primark und Bel&Bo.
Praktisch bedeutet das: Wenn Familien während der Weihnachtszeit Mode einkaufen, gehören diese Marken am häufigsten zu ihrem Store-Mix.

Bei Einpersonenhaushalten zeigt sich eine andere Verteilung. Galeria Inno, Zara und Primark erzielen hier relativ höhere Besuchsanteile. JBC und Bel&Bo sind in diesem Segment schwächer vertreten, was ihre stärkere Ausrichtung auf familienorientiertes Einkaufsverhalten widerspiegelt.

Die Festtagssaison zeigt damit eine segmentierte Besuchslandschaft, in der jeder Haushaltstyp seine bevorzugten Händler hat. Für Marken unterstreicht dies die Bedeutung, genau zu verstehen, welche Zielgruppen sie gewinnen – und welche sie während der umsatzstarken Wochen der Konkurrenz überlassen.

Audience Selectivity: relative Stärke bei Familienhaushalten

Der Audience-Selectivity-Index von Accurat analysiert die Zusammensetzung der Besucherbasis jeder Marke. Er zeigt, wie stark eine Marke bei einem bestimmten Zielgruppensegment im Vergleich zum Modemarkt über- oder unter-indexiert. In dieser Analyse liegt der Fokus auf Haushalten mit Kindern, um die relative Stärke der Marken in diesem Segment sichtbar zu machen.

Einfach gesagt: Wenn ein durchschnittlicher Modehändler einen Basisanteil an Besuchen durch Haushalte mit Kindern erhält, zeigt der Index, welche Marken bei dieser Zielgruppe über-indexieren – also einen überdurchschnittlich hohen Familienanteil unter ihren Besuchern haben – und welche eine ausgeglichenere Besucherstruktur aufweisen.

JBC, Bel&Bo und Lola & Liza weisen die höchsten Selectivity-Indizes auf. Das bedeutet, dass ein größerer Anteil ihrer Besucher aus Haushalten mit Kindern stammt als im Marktdurchschnitt – ein klares Zeichen für ihre starke Position im familienorientierten Einkaufsverhalten während der Festtagssaison.

Besonders bemerkenswert ist das Ergebnis für Lola & Liza. Obwohl die Marke ausschließlich Damenmode anbietet und keine Kinderkollektionen führt, über-indexiert sie stark bei Haushalten mit Kindern – ein Hinweis darauf, dass Mütter ein zentraler Treiber ihres Festtagssaison-Traffics bleiben.

Im Gegensatz dazu zeigen breiter aufgestellte Händler wie C&A und Primark Indizes näher am Marktdurchschnitt, was auf eine ausgewogenere Besucherstruktur über verschiedene Haushaltstypen hinweg hindeutet.

Was dies über das Einkaufsverhalten in der Festtagssaison aussagt

Die Festtagssaison bleibt ein entscheidender Zeitraum für Modehändler, mit messbaren Verschiebungen in der Verteilung der Besuche zwischen Marken und Zielgruppen im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig zeigt das Momentum von Marken mit wachsender physischer Präsenz, dass Filialnetze und lokale Erreichbarkeit weiterhin eine wichtige Rolle im Einkaufsverhalten während der Weihnachtszeit spielen.

Händler konkurrieren lokal und nach Segmenten. Zu verstehen, welche Zielgruppen man erreicht – und welche nicht – macht während Spitzenzeiten den entscheidenden Unterschied.

Maarten Vander Beken, Business Development Manager at Accurat
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