Fast Food in Belgien: lokale Akteure gewinnen an Bedeutung, während internationale Ketten bei treuen Kunden zulegen

Fast Food ist fest im belgischen Konsumverhalten verankert.
Zwischen 2024 und 2025 verteilten sich Millionen von Besuchen auf internationale Fast-Food-Ketten – wie McDonald’s, Burger King und KFC – sowie auf ein dichtes Netz lokal verankerter Akteure, die alle um Marktanteile und Kundenbindung konkurrieren.

Mithilfe der AI-powered Marktforschung von Accurat analysierten wir die Entwicklung der Fast-Food-Besuche in Belgien über die Zeit hinweg – sowohl für alle Fast-Food-Konsumenten als auch für ein gezielt aufgebautes Kundensegment: Fast-Food-Liebhaber. Dieses Segment wurde von Accurat definiert und umfasst regelmäßige Fast-Food-Konsumenten, die mindestens einmal pro Monat ein Fast-Food-Restaurant besuchen.

Durch die Kombination einer Gesamtmarktanalyse mit diesem verhaltensbasierten Segment wird es möglich, allgemeine Marktentwicklungen von Veränderungen innerhalb der engagiertesten Konsumentengruppe zu unterscheiden.

Ein zentrales methodisches Merkmal dieser Analyse ist die Bündelung tausender unabhängiger Frittenstände in einer einzigen Store Group. Gemeinsam mit belgisch verankerten Ketten wie Quick und Belchicken erlaubt dies eine Analyse der kollektiven Performance lokaler Akteure im Vergleich zu internationalen Ketten – ein Aspekt, der in klassischen markenbezogenen Analysen verborgen bleibt.

Lokale Akteure gewinnen Marktanteile, internationale Ketten verlieren an Boden

Auf Gesamtmarktebene entfallen weiterhin die meisten Fast-Food-Besuche auf internationale Ketten in Belgien. Über die Zeit hinweg zeigt sich jedoch ein schrittweiser Rückgang ihres kumulierten Besuchsanteils.

Gleichzeitig bauen lokale Akteure – bestehend aus Frittenständen, Quick und Belchicken – ihren Anteil an den Besuchen kontinuierlich aus. Dies unterstreicht die anhaltende Bedeutung lokal verankerter Fast-Food-Konzepte im belgischen Markt.

Es handelt sich dabei nicht um eine abrupte Verschiebung, sondern um eine strukturelle und graduelle Entwicklung, bei der lokale Akteure kollektiv an Relevanz gewinnen.

Der Wettbewerb im belgischen Fast-Food-Markt dreht sich nicht ausschließlich um internationale Markenpräsenz. Wenn man Frittenstände gemeinsam mit belgischen Ketten wie Quick und Belchicken analysiert, wird deutlich, wie stark lokale Akteure auf Marktebene weiterhin sind.

Maarten Vander Beken, Business Development Manager at Accurat

Fast-Food-Liebhaber zeigen eine andere Dynamik

Bei einem Fokus auf Fast-Food-Liebhaber verändert sich das Bild – nicht in absoluten Niveaus, sondern in der Richtung der Entwicklung.

Innerhalb dieses stark engagierten Segments gewinnen internationale Ketten im Zeitverlauf Marktanteile.
Lokale Akteure hingegen verlieren bei Fast-Food-Liebhabern schrittweise an Anteil, obwohl sie im Gesamtmarkt zulegen.

Dieser Gegensatz zeigt, dass das Wachstum lokaler Akteure vor allem durch eine breitere, weniger frequent konsumierende Basis getragen wird, während internationale Ketten ihre Position bei den regelmäßigsten Konsumenten stärken.

Marken: Größe versus lokale Verankerung

Auf Markenebene bleibt McDonald’s der größte Fast-Food-Akteur in Belgien – sowohl hinsichtlich der Gesamtbesuche als auch innerhalb des Segments der Fast-Food-Liebhaber.

Unter den belgisch verankerten Ketten nimmt Quick weiterhin eine zentrale Rolle ein, während Belchicken als klar erkennbare lokale Alternative positioniert bleibt.

Strukturell besonders auffällig ist das kollektive Gewicht der lokalen Frittenstände. Werden sie gemeinsam betrachtet, erreichen sie einen Besuchsanteil, der mit den größten internationalen Marken vergleichbar ist – ein Effekt, der bei einer Einzelbetrachtung der Standorte verloren geht.

Weitere internationale Fast-Food-Konzepte weisen kleinere individuelle Anteile auf, tragen jedoch gemeinsam zur Vielfalt des belgischen Fast-Food-Marktes bei.

Besuchsfrequenz 2025: Unterschiede auf Markenebene

Ein Blick auf die Besuchsfrequenz im Jahr 2025 zeigt klare Unterschiede zwischen einzelnen Fast-Food-Marken.

McDonald’s und Quick weisen die höchste durchschnittliche Besuchsfrequenz pro Besucher auf, was auf eine stärkere Konzentration von Wiederholungsbesuchen auf Markenebene hinweist.

Lokale Frittenstände, auf Standortebene analysiert, folgen knapp dahinter und zählen ebenfalls zu den Akteuren mit vergleichsweise hoher Wiederbesuchsfrequenz – trotz ihrer fragmentierten und unabhängigen Struktur.

Andere Marken zeigen moderate Frequenzniveaus.

Dies verdeutlicht, dass Besuchsanteil und Besuchsfrequenz nicht dasselbe sind: Einige Akteure bauen ihre Stärke über wiederholte Besuche auf, andere über eine breite Reichweite.

Was dies über den Fast-Food-Wettbewerb in Belgien aussagt

Drei strukturelle Erkenntnisse stechen hervor:

  • Lokale Akteure gewinnen Marktanteile im gesamten Fast-Food-Markt
  • Internationale Ketten legen innerhalb des Segments der Fast-Food-Liebhaber zu, trotz Rückgängen im Gesamtmarkt
  • Verhaltensbasierte Segmentierung und intelligente Bündelung sind entscheidend, um Marktdynamiken richtig zu verstehen

Durch die Bündelung tausender unabhängiger Frittenstände in einer einzigen Store Group und die Analyse eines gezielt aufgebauten Segments von Fast-Food-Liebhabern zeigt diese Studie, wie KI-gestützte Verhaltensanalysen Wettbewerbsdynamiken aufdecken, die reine Markenrankings allein nicht erfassen können.

Diesen Beitrag teilen
Entdecken Sie weitere Artikel